Woche 1

Montag, 21.07.2003 (Tag 1)

Ajoie Mit einem Tag Verspätung ging's heute Morgen in Porrentruy los. Für einen Besuch der Sehenswürdigkeiten im Städtchen, z. B. im Schloss, blieb keine Zeit. Nach einer verpassten, da schlecht markierten Abzweigung und kurzer Orientierungslosigkeit fanden wir schnell einen Weg zurück auf die markierte Route.

Die Gegend um Porrentruy wird Ajoie genannt und zeichnet sich durch eine sanfte, weite Hügellandschaft aus, wo Wald und Ackerflächen harmonisch ineinander übergehen.

Abstieg nach St-Ursanne

Nachmittags kamen wir in den Weiler Seleute, wo wir voller Vorfreude auf ein gekühltes Getränk in Richtung Gartenwirtschaft "La Fontaine" zusteuerten. Zu unserem Ärger erblickten wir dort ein Schild: "Lundi fermé le soir". Doch alles wendete sich schliesslich zum Guten: Eine gegenüber wohnende Angestellte füllte uns netterweise unsere Flaschen gratis mit Hahnenwasser.

Das Tagesziel war St-Ursanne, ein malerisches Städtchen an den Ufern des Doubs gelegen. Mit den schmalen Gässchen, den beiden Stadttoren und der berühmten Kollegiatskirche hat St-Ursanne seinen mittelalterlichen Charakter erfolgreich in die Neuzeit gerettet.

St-Ursanne

Unser erstes Nachtlager fanden wir direkt am Doubs in der Jugendherberge - oder besser gesagt: in einem auf dem benachbarten Zeltplatz stehenden Wohnwagen. Mit 33 Franken pro Person und Nacht inkl. Frühstück angesichts der ruhigen Lage sicher nicht zu teuer.

Den ersten Tag hätten wir eigentlich ganz gut überstanden, sogar der Rucksack mitsamt dem Notebook erwies sich als gut tragbar. Leider haben sich Markus' Bedenken bezüglich seines Knies schon nach wenigen Kilometern bestätigt. Auch das Benutzen der Wanderstöcke verbesserte die Situation nur bedingt. Im Verlauf des morgigen Tages wird sich herausstellen, ob und wie wir die Reise fortsetzen werden.

Dienstag, 22.7.2003 (Tag 2)

Auch am zweiten Tag war uns der Wettergott wohl gesonnen. Nach dem Frühstück in der Jugi erhielten wir vom Inhaber einen Überblick über die - seiner Meinung nach - unlauteren Mittel von globalen quasi-Monopol-Konzernen wie Nestlé. Dafür durften wir bei ihm zu Hause unsere Homepage updaten.

Rast am Doubs

Erst um 11 Uhr mittags konnten wir schliesslich mit unserer Tagesetappe nach Soubey starten. Der Weg schlängelte sich dem Doubs entlang, abwechslungsweise über Wiesen und durch Wald führend. Nach fast zwei Stunden konnten wir der Versuchung nicht mehr widerstehen und machten eine längere Bade- und Erholungspause. Die Person im Bild ist übrigens Simon... Überhaupt hatte das Wetter heute viele Tagesausflügler angezogen, die sich zwischendurch in die "Fluten" des doch sehr zahmen Flusses stürzten.

Bello folgte uns

Das letzte Drittel des Weges verlief am gegenüberliegenden Ufer des Doubs, leider fast über die gesamte Strecke auf Asphalt. Dafür hatten wir für ein paar hundert Meter unseren eigenen, jungen Hund. Bello verstand jedoch weder Französisch noch Deutsch, so dass wir ganz froh waren, als er uns wieder verliess.

Unterkunft in Soubey

In Soubey fanden wir gleich eine sehr günstige Unterkunft (15 Fr./Person) - wieder in einem Wohnwagen. Einige Bauern in der Gegend erzielen ein Nebeneinkommen, indem sie Wohnwagen auf ihr Land stellen und die Wanderer darin übernachten lassen. Ob's so was auch im Kanton Zürich gibt?

Fast unser letztes Geld ging dann beim Abendessen im Hotel Le Cerf drauf. Um die Unterkunft bezahlen zu können, sind wir auf die letzten paar Franken auf Markus' Postkonto angewiesen. Der Postschalter ist der einzige Ort hier, wo man zu Bargeld kommt. Und mit einer Kreditkarte zu bezahlen, kann man natürlich gleich vergessen. Dafür hat's aber auch fast keine "störendene" Touristen...

Und wie geht's dem Knie von Markus? Die heutige flache Etappe war eigentlich als Schontag gedacht. Trotzdem haben sich die Gelenkprobleme nicht vermindert. Das Gehen bei Steigungen und bergab ist eine Qual und auch geradeaus ist kein Vergnügen. Wir sehen uns daher leider gezwungen unser Vorhaben vorzeitig abbzubrechen. Somit war dies bereits der letzte Tagesbericht.